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Das geht doch garnicht! Wie du die SCD im Alltag meisterst

Morbus Crohn Ernährung im Alltag

”Das geht nicht!”, denkst du dir jetzt vielleicht? Wie soll ich das den in meinem normalen Alltag anstellen?

Ich gebe zu, um mit der Crohn Revolution Ernährung erfolgreich zu sein musst du einige mentale und logistische Hürden meistern. Mal eben schnell in der Mittagspause was beim Bäcker holen oder das Buffet in der Kantine leer räumen ist nicht drin. Beinahe alles was du zu dir nimmst musst du selbst zubereiten. Das ist eine Umstellung, wenn du es nicht gewöhnt bist selbst zu kochen.

Aber es geht! Viele andere haben es vorgemacht und geschafft. Du kannst es auch! Es gibt ein paar Tipps & Tricks mit denen es deutlich einfacher wird, stressfrei durch die Woche zu kommen.

Das Wundermittel heißt “Vorkochen”. Wann immer ich koche, bereite ich große Mengen zu. Diese kann ich dann für den nächsten Tag aufheben oder einfrieren, so dass ich immer etwas zu Essen parat habe, auch wenn ich es einmal nicht schaffe frisch zu Kochen.

Ich glaube was viele Menschen schon bei dem Gedanken an eine Ernährungsumstellung kehrtmachen lässt, ist die Vorstellung sie müssten ab sofort 21x die Woche kochen. Das ist natürlich Quatsch! Dein Essen im Voraus zuzubereiten spart dir viel Zeit und Geld und macht deine Tage stressfreier, da du eine gewisse Routine entwickelst. Work smarter, not harder!

Sind wir doch mal ehrlich: Jeder von uns hat 24 Stunden pro Tag. Wenn Leute sagen “Ich habe keine Zeit zu kochen”, setzen sie einfach andere Prioritäten, als Leute die sich die Zeit hierfür schaffen. Wie wäre es mit ein bisschen weniger Facebook oder Fernsehen? Am Ende musst du dir die Fragen stellen: Wie wichtig ist dir deine Gesundheit? Wenn du diese Frage ehrlich beantwortest, schaffst du es auch dir die nötige Zeit zu schaffen.

Um eine solche Routine zu entwicklen, hat sich ein ganz einfaches, vierstufiges Konzept bewährt. So gehe ich es Woche für Woche an, und muss dadurch dem Thema Kochen einen Großteil der Zeit keinen Gedanken mehr widmen.

1. Schritt: Planen

Ich nehme mir meist die Wochenenden um einige Mahlzeiten für die Woche vorzubereiten. Am Anfang steht hier die Planung, in der du dich fragen solltest:

  • Was kann ich gut in großen Mengen zubereiten?
  • Was muss ich hierzu einkaufen?
  • Wie kann ich vermeiden durch immer die gleichen Gerichte gelangweilt zu werden?

Letzteres ist auch einfach eine Gewöhnungssache. Klar sollte man versuchen jeweils die Art von Gemüse, Proteinen oder auch Gewürzen die man verwendet zu variieren. Wenn du die Gerichte jedoch richtig wählst, hast du auch kein Problem damit drei- oder viermal die Woche dasselbe zu essen.

Ich empfehle, dass du immer zwei bis drei Optionen wählst, die du dann vorkochst. Bereite Proteine und Gemüse getrennt vor, so dass du auch mit den Kombinationen spielen kannst.

Achte immer darauf an welchem Punkt in der Ernährungsumstellung du gerade stehst. Verwende nur Optionen, von denen du weißt, dass du sie verträgst und mache langsam bei neu eingeführten Lebensmitteln. Einige Beispiele, die sich meiner Meinung super vorkochen lassen sind folgende:

  • Hart gekochte Eier
  • Kürbis (im Ofen, als Püree,…)
  • Karotten, Brokkoli
  • Frikadellen
  • Hühnchen (gebraten/in Suppe/gekocht)
  • Blumenkohlreis
  • Muffins aus Mandelmehl (sei gerade am Anfang vorsichtig mit Nüssen)

Du wirst noch viel mehr Möglichkeiten finden und mit der Zeit kommen immer mehr Lebensmittel hinzu, die du verträgst und in deinen Mix integrieren kannst.

2. Schritt: Einkaufen

Jetzt weißt du also, was du den Großteil deiner Woche Essen wirst. Zeit einzukaufen! Mein Koch-Tag fällt meistens auf einen Sonntag, so dass ich den Samstag dazu nutze meine lange Einkaufsliste abzuhaken.

Du musst nicht gleich für die gesamte Woche einkaufen und Vorkochen. Gerade wenn du gerne hin und wieder ein wenig frisches Gemüse hast, kannst du dein Vorkochen genauso auf Sonntag und Mittwoch verteilen. Immer noch besser als 21x die Woche zu kochen, nicht wahr?

Gefrorenes Gemüse tut es in der Regel jedoch auch und ist immer gut als Reserve im heimischen Tiefkühlschrank.

Habe deine Einkaufsliste am besten auf deinem Smartphone, so dass du sie immer editieren kannst, wenn dir unter der Woche etwas einfällt dass du unbedingt beim nächsten Supermarktbesuch einpacken musst.

3. Schritt: Kochen

Koche, Backe, Dünste was das Zeug hält. Du unterschätzt schnell, welche Mengen du in 2 oder 3 Stunden an einem Sonntagnachmittag kochen kannst. Wenn du diese Zeit investierst, musst du dir den Großteil der Woche keine Gedanken mehr darüber machen, wo du denn nun etwas zu essen herbekommst.

Fogle Rezepten oder koche frei Schnauze, variiere mit Gewürzen und du hast ganz schnell eine große Auswahl an unterschiedlichen Kombinationen für die vor dir liegende Woche.

4. Schritt: Portionieren & Einpacken

Investiere in eine ordentliche Anzahl an Aufbewahrungsboxen. Egal ob von IKEA oder Tupperware, die Dinger werden dein neuer bester Freund.

Portioniere deine vorgekochten Optionen gleichmäßig in deine Boxen. Achte darauf, dass du in allen Kombinationen eine ausgeglichene Menge von Gemüse, Fett (bspw. in Form von Butter oder Öl) und Proteinen hast.

Lagere deine perfekt portionierten Rationen im Kühlschrank oder friere sie ein, wenn du planst sie länger aufzubewahren. Auf diese Weise hast du im Fall der Fälle immer ein schnell aufgetautes Essen zur Hand!

Und Unterwegs?

Du bist nicht dazu gezwungen den Rest deines Lebens alleine zu Hause zu essen. Auch wenn du eingeladen bist, oder mit Freunden in ein Restaurant gehst, gibt es meistens etwas, dass auch dir gut tut. Auf der sichersten Seite bist du mit Fleisch oder Fisch mit Gemüse oder einem einfachen Salat (nein, Caesar Salad zählt nicht).

Wenn du auf Geschäftsreise oder aus anderen Gründen viel unterwegs bist, bietet es sich an immer ein paar Optionen zur Hand zu haben: Gekochte Eier, Frikadellen, Nüsse, Rohkost sind eine schnelle und einfache Lösung. Aber auch einfach eine Portion deines Vorgekochten Essens ist in jeder Mikrowelle schnell aufgewärmt.

Zugegeben, es kostet am Anfang Überwindung sich die Zeit zu nehmen vorzukochen. Wenn du es jedoch Ernst mit deiner Ernährung und Gesundheit meinst, wird es schnell zur Gewohnheit. Das Gefühl, sich nicht jeden Moment unter der Woche Gedanken um die nächste Mahlzeit machen zu müssen, ist es auf alle Fälle wert!

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Lukas ist dein Versuchskaninchen für ein geileres Leben mit Morbus Crohn. Nach 8 Jahren mit der Krankheit, entschied er sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Seitdem überrascht er seinen Arzt immer wieder mit den besten Blutwerten. Auf Crohn Revolution zeigt er anderen, dass sie das auch können. Seit seiner Diagnose hat er 30 Länder bereist. Sein Motto lautet: “Schluss mit dem Mimimi!”

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