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Ernährung bei Morbus Crohn – Der ultimative Guide

Ernährung bei Morbus Crohn Guide

Immer wieder werde ich gebeten, meine bisherigen Artikel zu Ernährung bei Morbus Crohn doch einmal zu einem großen ganzen zusammenzufassen, so dass man alle Hintergründe zum Start an einem Fleck hat. Gesagt, getan. 

Es folgt der ultimative Guide mit all dem, was du brauchst um einen Überblick über die Hintergründe der Crohn Revolution Ernährungsweise zu erhalten. Einiges mag dir schon bekannt vorkommen. Aber wie wir alle wissen: Wiederholung ist gut, so festigt sich das Wissen. Los gehts:

 

„Das ist doch alles Bullshit!“. Dieser Gedanke schoss mir bei jedem zweiten Absatz durch den Kopf, als ich bei Google nach Ernährung bei Morbus Crohn suchte und zu lesen begann.

Da liest du fünf Artikel von denen jeder eine andere Kernaussage hat. Und am Ende steht doch nur wieder das Bild einer klassischen Ernährungspyramide. Wie soll denn da einer durchblicken?

Nichts für ungut, ich hoffe du hast einen genau so guten Arzt wie ich gefunden, der dich in deinem Leben mit Morbus Crohn begleitet. Aber es ärgert mich, wenn ich das Gefühl bekomme, einige Ärzte blicken nicht über Ihren Horizont hinaus und lernen nicht über alternative Wege Krankheiten zu therapieren.

Wege, die nicht gleich 20 Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel auflisten.

Wenn du dich über Ernährung bei Morbus Crohn schlau machen willst, liest du da über ballaststoffarme Ernährung, wenig Eiweiß und Fett, aber möglichst keine verarbeiteten Lebensmittel. Du liest, dass Weißbrot, Haferbrei, Kohlenhydrate gut sind – weil leicht verdaulich. Aber sei bloß vorsichtig mit Gluten, denn das “steht in Verdacht negative Auswirkungen zu haben”!

Häh!? Merkst du was? Spätestens sobald du mehr als eine Quelle untersuchst, wird sich an allen Enden widersprochen.

Ich weiß, was für einen gigantischen Unterschied die Ernährung in deinem Leben mit Morbus Crohn machen kann. Wenn du es noch nicht getan hast, lies meine Geschichte wie ich nur durch die richtige Ernährung meinen CRP in drei Monaten von 40 auf 9,8 senkte (und kurz danach den magischen Wert <1 – kleiner Eins – erreichte).

Ernährung bei Morbus Crohn - Blutergebnisse

Meine Blutergebnisse drei Monate nach Start der Ernährungsumstellung

In einem Punkt stimme ich den vielen verwirrenden Artikeln da draußen ja zu: Es gibt nicht die eine Lösung, die sofort und für alle passt. Es gibt keine Liste mit Lebensmitteln die ultimativ gut oder schlecht für dich sind. I get it!

Aber es gibt eine Liste mit Lebensmitteln, welche Eigenschaften erfüllen, die für uns Crohn Patienten von entscheidender Bedeutung sind. Welche Eigenschaften das sind, möchte ich dir in diesem Blog-Post im Detail erklären.

Warum Ernährung das A und O ist

Eins haben wir ja alle gemeinsam:

Unser erstes Ziel ist es, die Entzündung in unserem Darm zu reduzieren und somit den Crohn ruhig zu stellen.

Diverse Medikamente übernehmen genau dies für dich. Wir können alle froh sein, dass es diese Medikamente gibt, die sicher jedem von uns viele schlimme Tage erspart haben. Ich verteufele Medikamente nicht. Ganz im Gegenteil! Auch wenn ich heute meist ohne Medikamente ein super Leben führe, bin auch ich nicht geheilt (nein, auch ich habe leider kein Wundermittel erfunden).

Die vielen Nebenwirkungen, welche ich in den letzten Jahren in Kauf nehmen musste, schrecken mich jedoch ab. Und genau deshalb bin ich froh meine Krankheit in den letzten Jahren zu 95% über Ernährung und die anderen Bausteine dessen worüber ich auf Crohn Revolution schreibe im Griff zu haben.

Die Frage ist doch die: Warum solltest du über Jahre die Symptome mit Medikamenten bekämpfen, statt das Problem an der Quelle anzugehen. Jap, direkt im Darm.

Es steht wohl außer Frage, dass das, was du täglich zu dir nimmst, große Auswirkungen darauf hat, wie es deinem Darm geht und wie intensiv sich dieser regenerieren kann. Je mehr dein Darm mit der Verarbeitung von Lebensmitteln zu tun hat, desto weniger Energie bleibt ihm, zur Ruhe zu kommen und sich selbst zu regenerieren. Unser Körper hat ziemlich geile Möglichkeiten neue Zellen zu produzieren und sich selbst zu heilen. Mit der richtigen Ernährung kann dein Darm das auch. Du musst ihn nur lassen. Die Natur hat schon einige ganz gute Tricks auf Lager!

Nun aber zum Eingemachten – garantiert ohne Weißbrot!

Wenn du derzeit Medikamente zu dir nimmst, hat das einen guten Grund. Setze diese niemals ohne deinen Arzt ab! Wenn du die hier beschriebenen Ernährungs-Ratschläge befolgst, wirst du schnell erste positive Auswirkungen spüren. Dein Blutbild und die Entzündung werden sich nach und nach verbessern. Dein Arzt kann dann entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, um deine Medikamente neu zu dosieren.

Welche Ernährung ist die Richtige?

Wusstest du, dass es eine Ernährung gibt, welche einzig und allein für Patienten mit Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (CED) entwickelt wurde?

Vielleicht bin ich da der einzige, aber ich hatte die ersten 8 Jahre mit Morbus Crohn keine Ahnung!

Die Ernährungsform von der ich spreche, nennt sich Specific Carbohydrate Diet (SCD). Oder zu Deutsch: Spezielle Kohlenhydrat Diät. Mit ihrer Hilfe habe ich mein Leben in den letzten drei Jahren gefühlt um 1000% geiler gemacht.

Die SCD wurde schon in den 50er Jahren von dem New Yorker Arzt Sidney Haas zur Behandlung von Zöliakie entwickelt. 1958 brachte eine Frau namens Elaine Gottschall ihre Tochter mit Colitis Ulcerosa zu Dr. Haas. Keine schulmedizinische Behandlungen griff bei ihr. Es ging ihr mit der Krankheit ziemlich beschissen. Unter der Anleitung von Dr. Haas begann Elaine Gotschalls Tochter mit der SCD. Mit der Zeit verschwanden Ihre Symptome vollständig.

Als Dr. Haas kurz darauf starb, beschloss Elaine Gottschall “mal eben” Biologie zu studieren und die Ernährung ihrer Tochter weiterzuentwickeln. Die nächsten 30 Jahre ihres Lebens widmete sie der Forschung an der SCD. Verrückte Geschichte, oder?

Es ist traurig und irgendwie verwunderlich, dass man als Patient praktisch nichts von dieser Ernährungsform hört. Zumindest nicht von deinem Arzt. Sucht man nämlich mal bei Google, findet man unglaubliche Erfolgsgeschichten. Ich kam ursprünglich über einen Blog-Post von Manuel auf die SCD. Und dann wäre da noch Danielle Walker, welche heute die, meiner Meinung nach, besten Kochbücher für uns Crohn-Kämpfer schreibt.

Was die SCD ist (und warum sie dir hilft)

Die Grundlagen der SCD sind schnell erklärt. Außerdem macht der wissenschaftliche Hintergrund total Sinn. Und das auch wenn du als Laie keine Ahnung hast, was in deinem Inneren eigentlich vor sich geht.

Wie ich schon geschrieben habe, soll dein Darm sich selbst regenerieren. Das ist die Grundlage der SCD. Es gibt also Lebensmittel welche dies dem Darm erleichtern. Aber eben auch solche, die es ihm erschweren.

In welche Kategorie ein Lebensmittel fällt, lässt sich in der Specific Carbohydrate Diet an dessen chemischer Struktur festmachen.

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es in erster Linie um Kohlenhydrate. Keine Angst ich werde hier nicht zu wissenschaftlich! Nur ganz kurz, einen Absatz. Oder zwei.

Erlaubte Kohlenhydrate haben eine einfache molekulare Struktur (Monosaccharide). Dies macht es für den Darm einfach diese zu verarbeiten und aufzunehmen, da er die Kohlenhydrate nicht erst aufspalten muss.

Neben den einfachen Kohlenhydraten gibt es jedoch auch komplexe Kohlenhydrate. Diese heißen dann Disaccharide oder Polysaccharide (Zweifachzucker bzw. Mehrfachzucker). Diese sind einfach eine Verbindung von mehreren einfachen Kohlenhydraten. Um diese aufzunehmen, muss der Darm sie erst aufspalten. Für uns Laien können wir diese mehrkettigen Kohlenhydrate unter dem Begriff Stärke zusammenfassen.

Wenn der Darm es nicht schafft diese aufzuspalten und aufzunehmen, ist Stärke gefundenes Fressen für schädliche Bakterien in unserem Darm. Wenn sich diese Bakterien nun also von unverdauten Kohlenhydraten ernähren, vermehren sie sich wie verrückt. Je mehr dieser Bakterien wir im Darm haben, desto mehr Gase bilden sich und desto schlimmer wird die Entzündung der Darmwand. Kommen dir diese Symptome bekannt vor?

Die Spezielle Kohlenhydrat Diät wirkt, indem sie diesen Bakterien ihr “Futter” wegnimmt und sie dadurch aushungert.

Der Darm kann sich somit mit sich selbst beschäftigen, statt die lästigen Bakterien zu bekämpfen. Die gewonnene Energie kann er dazu verwenden, die kaputten Darmzotten zu regenerieren. Hierdurch bildet sich die Entzündung zurück und eine gesunde Balance der Bakterien im Darm wird wiederhergestellt.

Garnicht so schwer, oder? Ich finde jedoch die folgende Grafik fasst den “Teufelskreis” noch einmal ganz gut zusammen:

Ernährung bei Morbus Crohn Hintergrund: Kreislauf im Darm

Teufelskreis der Auswirkungen von Komplexen Kohlenhydraten im Darm (SCD)

Für mehr Details lies auf jeden Fall Elaines Buch Breaking The Vicious Cycle, eine absolute Pflichtlektüre!

Ich rate dir es im Original auf Englisch zu lesen. Wenn dir Deutsch lieber ist, gibt es eine Übersetzung mit dem Namen Diät bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Lasse dich nicht zu sehr von den dort ergänzten Fußzeilen verunsichern. Mag sein, dass sich nicht jede Aussage wissenschaftlich belegen lässt, aber für mich und viele andere hat alles was im Buch beschrieben wird genau so funktioniert.

Du hast nun viel über SCD gelesen. In den meisten anderen Artikeln auf Crohn Revolution und auch im folgenden Teil dieses Artikels werde ich den Begriff jedoch meiden. Warum? Weil ich nicht möchte, dass du dich an einer Ernährungsweise aufhängst und am Ende nur einer dir vorgelegten Liste folgst. Die SCD ist eine super Basis um zu starten. Ab einem gewissen Punkt, möchte ich jedoch, dass du deinen eigenen Weg gehst. Selbst herausfindest, was dir gut bekommt und was nicht.

Welche Auswirkungen du mit der passenden Ernährung erwarten kannst

Wie fühlst du dich gerade so? Ist da noch Potential nach oben vorhanden? Wahrscheinlich ist es das, sonst wärst du nicht hier.

Ich möchte dir nicht das blaue vom Himmel versprechen. Bis du alle diese Auswirkungen bei dir spürst, kann ein wenig Zeit vergehen. Aber in meinem Fall hat es keine drei Wochen gedauert bis ich erste Erfolge spürte.

Stell dir einmal vor, du beginnst mit deiner Ernährungsumstellung und…

  1. …du hast einen gigantischen Appetit. Und das drei, vier oder fünfmal am Tag.
  2. …du genießt dein Essen und hast keine Angst mehr, dass du danach mit Bauchschmerzen bestraft wirst.
  3. …du hast Gewichtsprobleme mehr (egal in welche Richtung).
  4. …du findest dich plötzlich nur noch maximal 1-2x am Tag im Badezimmer wieder.
  5. …du wachst morgens auf und fühlst dich, als könntest du Bäume ausreißen.
  6. …du hast keine Abende mehr an denen du lustlos allein zu Hause sitzt weil du dich einfach nicht “nach Menschen um dich fühlst”.
  7. …du machst wieder Sport. So richtig. Und hast Bock darauf und fühlst dich gut dabei.
  8. …dein Arzt zeigt dir deine Blutergebnisse und nicht nur dein CRP hat sich deutlich verbessert.
  9. …du erwischst dich dabei, wie du mit einem fetten Grinsen durch die Straßen läufst. Weil du dich einfach gut fühlst.
  10. …du kannst nach und nach zusammen mit deinem Arzt deine Medikamente absetzen und musst mit keinen Nebenwirkungen mehr leben.
  11. …du bist einfach durchgehend 150% happier!

Klingt wie eine schlechte Werbeveranstaltung, aber ich übertreibe nicht wenn ich sage ich könnte hier noch weitermachen! Vielleicht ist es am Anfang nur, dass du plötzlich einmal weniger pro Tag auf die Toilette rennst. Das wäre doch schon mal ein Anfang!

Kleiner Nebeneffekt am Rande, auch wenn dieser nichts mit Morbus Crohn zu tun hat: Seit ich meine Ernährung auf Basis der SCD umgestellt habe sind praktisch all meine Allergien verschwunden!

Wie deine Ernährung bei Morbus Crohn aussehen sollte

Wie du bereits gelesen hast, sind komplexe Kohlenhydrate der springende Punkt. Deshalb verstehst du nun vielleicht auch, warum ich mich jedes mal so aufrege, wenn ich einen Artikel lese in welchem für Crohn-Patienten auf die Ernährungspyramide (deren Empfehlung ich übrigens grundlegend für jeden anzweifle) verwiesen wird.

Oder uns gar nahegelegt wird uns doch im Falle eines Schubes von Weißbrot zu ernähren! Mag sein, dass es in dem Moment “gut durchrutscht”, aber auf lange Sicht ist es Gift!

Die SCD basiert darauf, dass du die meisten Kohlenhydrate aus deiner Ernährung streichst, und nur solche zulässt die minimale Verdauung benötigen. Dadurch reduzierst du Entzündungen in deinem Darm und gibst diesem die Möglichkeit sich zu regenerieren.

Das tolle an dieser Art der Ernährung ist, dass immer noch mehr als genug Lebensmittel übrig bleiben, aus denen du leckere Dinge Kochen und Backen kannst. Abgesehen davon ernährst du dich in jedem Fall gesünder als du es vorher getan hast. Und zwar nicht nur gesünder für deinen Crohn, sondern für deinen gesamten Körper!

In deiner Ernährung auf Basis der SCD isst du hauptsächlich folgende Lebensmitteln:

  • Fleisch und Fisch
  • Gemüse
  • Obst
  • Nüsse und Samen
  • Eier
  • Honig
  • einige Sorten Hartkäse sowie Butter

Das ist alles? Ja, das ist alles und du wirst überrascht sein, wie viel man am Ende daraus zaubern kann. Warte es ab!

Aus der Liste der erlaubten Lebensmittel kannst du nun schon ableiten, dass es einen ganzen Haufen verbotener Lebensmittel geben muss.

Diese lassen sich jedoch ziemlich einfach zusammenfassen:

  • Getreide (also alle Arten von Brot, Pasta, Kuchen, Gebäck, etc.)
  • Mais, Kartoffeln, Reis, Wurzeln, Soja, Tofu, Hefe (überhaupt alles stärkehaltige)
  • Laktosehaltige Milchprodukte
  • Zucker (außer kleine Mengen Einfachzucker wie er in Obst oder Honig enthalten ist)

Das hört sich schwer an und ich gebe zu es ist eine Umstellung von einer “normalen” Ernährung hin zu dem was ich hier beschreibe. Du benötigst etwa 2-3 Monate starke Willenskraft, bis dir die neue Ernährung so ins Blut übergegangen ist, dass du praktisch nichts mehr vermisst.

Glaube mir, wenn du deinem Körper erst einmal Zucker abgewöhnt hast, gehören Gelüste und Heißhunger der Vergangenheit an.

It’s hard, but I never looked back!

Moment mal, wo bleibt denn da der Spaß?

Jaja, ich verstehe ja, dass Essen im leben vieler Leute eine entscheidende Rolle spielt. Aber rate mal: In meinem auch! Ich liebe Essen! Das ist der Grund warum ich mich jahrelang gegen eine Ernährungsumstellung gesträubt habe.

Das tolle an einer Ernährungsumstellung wie dieser ist, dass du dein Essen komplett neu kennenlernst. Du bist deutlich bewusster in dem was du isst und wie du es zubereitest.

Und vor allem: Du wirst immer wieder überrascht sein was man alles geiles aus den paar Zutaten zaubern kann! Nicht alle Zutaten eignen sich von Anfang an, da du erst langsam auf Verträglichkeit testen musst, aber nach ein paar Monaten kannst du tolles Zeug wie dieses kochen.

Sieht das vielversprechend aus?

Auch was Getränke angeht, wird dir mit Sicherheit nicht langweilig. Auch wenn du primär Wasser trinken solltest, gibt es so viel mehr Möglichkeiten wenn du dir hin und wieder mal etwas Gönnen willst:

Tee, Fruchtsäfte, trockener Wein, klarer Alkohol… damit lassen sich auch Parties überstehen. Übertreibe es jedoch nicht und fokussiere dich, gerade am Anfang zunächst einmal auf Wasser.

Na klasse, ich hab jetzt schon Gewichtsprobleme!

Was Gewichts Zu- oder Abnahme angeht habe ich sehr interessante Erfahrungen gemacht. Keine Kohlenhydrate hört sich zunächst einmal so an, als würdest du schnell Gewicht verlieren.

Wenn du eh schon untergewichtig bist, nicht gerade ein Ziel dass du verfolgen solltest.

Am Anfang nahm ich tatsächlich zunächst ein paar weiter Kilos ab. Als mein Darm anfing sich zu regenerieren, ging es relativ schnell und ich fing an Gewicht zuzunehmen. Bis zu einer magischen Grenze, welche bei mir bei 89kg liegt (bei einer Körpergröße von 1,97m). Hier war Schluss. Ganz egal wie viel ich esse, ich komme nicht über dieses Gewicht.

Menschen, die übergewichtig starten, tendieren eher dazu abzunehmen. Meine ganz persönliche Theorie ist, dass der Körper sich auf diese Weise seinem “Optimalgewicht” annähert. Ich bin immer noch schlank, aber nicht dürr und behaupte mal ich sehe halbwegs gesund aus.

Deine Sorgen, dass du als Untergewichtiger auf der SCD noch weiter Gewicht verlierst sind also, nach meiner Erfahrung, absolut unbegründet. Solange du die richtigen Mengen zu dir nimmst.

Wie du den Start in deine Ernährungsumstellung meisterst

Die SCD ist keine 5-Tage-die-Woche oder 3-Monate-Im-Frühling-Diät. Sie ist auf Dauer ausgelegt und muss strikt eingehalten werden. Auch Sonntags!

Cheat-Days, wie sie in manchen Diäten vorkommen, gibt es nicht.

Jedes mal wenn du deinem Darm stärkehaltige Lebensmittel zum Verarbeiten gibst, wird er wieder aus seiner Regeneration gerissen. Auch wenn es nur einmal die Woche ist, er kommt nie wirklich zur Ruhe.

Als ich mit der SCD anfing, gab ich mir 6 Wochen. Eineinhalb Monate, den ich 110% strikt die Regeln befolgte. Selbst wenn es nicht helfen sollte, dachte ich mir, es sind nur sechs Wochen! Aus diesen sechs Wochen wurden mittlerweile drei Jahre.

Zu Beginn startest du mit einer noch kleineren Auswahl an Lebensmitteln in eine sogenannte Eliminationsphase, ich nenne sie Intro-Diet. Dies hilft, den Körper an die veränderte Ernährung zu gewöhnen und dem Immunsystem die Chance zu geben sich zu beruhigen.

Daraufhin fängst du langsam, Lebensmittel für Lebensmittel, an, deinen Speiseplan zu erweitern. Du merkst hier sehr schnell was du besser und was du schlechter verträgst und kannst die Ernährung so genau auf deinen Körper anpassen.

Diese Phase sollte tatsächlich mehrere Monate dauern. Langsam isst du mehr und mehr Lebensmittel, bis du den kompletten Spielraum des Phasenplans (diesen bekommst du in meinem E-Mail Kurs) ausnutzt. Ich empfehle es hier nicht zu übereilen, da du sonst möglicherweise verpasst, wenn dein Körper etwas nicht gut verträgt.

Nüsse und Samen sind die “fortgeschrittensten” Lebensmittel in der CR Ernährung. Während du oft liest, dass du 6 Monate warten solltest bis du diese zu dir nimmst, machte ich meine ersten Versuche bereits nach zwei Monaten und es ging mir gut damit. Höre einfach auf deinen Körper!

Du musst jetzt noch nicht Monate in die Zukunft denken. Am Ende dieses Artikels kannst du dich für den E-Mail Kurs anmelden und bekommst eine Schritt für Schritt Anleitung, wie du die ersten 6 Wochen deiner Ernährungsumstellung bewältigst.

Diese 6 Wochen sind alles worüber du dir jetzt Gedanken machen solltest. Mache es einfach. Probiere es aus und sieh, welche Auswirkungen es auf deinen Bauch, dein Befinden und deine Stimmung hat.

6 Wochen. Eineinhalb Monate. Was hast du zu verlieren?

Blockaden im Kopf meistern

Dein größter Feind zu Beginn sind die Blockaden in deinem Kopf. Dein Körper will Schokolade, nur dieses eine kleine Stück! Jeder um dich herum isst Pizza. Was wäre wenn ich nur mal abbeisse?

Höre nicht auf das, was da in deinem Kopf rumgeistert. Es ist ganz normal, dass du am Anfang Gelüste hast. Dein Körper will Zucker und Kohlenhydrate. Nicht weil diese gut für ihn sind, sondern weil er es gewöhnt ist! Nach ein paar Wochen lassen die Gelüste nach und nach 1-2 Monaten ist das Verlangen nach Zucker, Pasta oder Pizza vollkommen verschwunden.

Um diese mentalen Hürden am Anfang zu überstehen brauchst du zwei Dinge:

  1. Eine ordentliche Portion Willenskraft
  2. Kleine Erfolge

Kleine Erfolge sind wie ein Boost für die Motivation! Du hast deinen ersten Tag ohne Bauchschmerzen oder rennst einmal weniger zur Toilette als sonst? Solch kleine Dinge geben dir einen unglaublichen Schub dranzubleiben und weiterzumachen!

Daher übertreibe es nicht mit der Wiedereinführung von Lebensmitteln in den ersten Wochen und mache dir deine Erfolge damit zunichte.

Ein guter Weg kleine Erfolge zu dokumentieren ist es, ein Ernährungstagebuch zu führen. Hier trägst du deine Stimmung, Befinden und weitere Faktoren ein und kannst du Tag für Tag, Woche zu Woche vergleichen wie es langsam bergauf geht.

Mein Ernährungstagebuch, das Crohn Revolution “Wohlfühlsheet”, bekommst du in meinem E-Mail Kurs.

Wie du die eine Ernährungsumstellung im Alltag angehst

Ich gebe zu, um mit einer Ernährungsumstellung wie dieser erfolgreich zu sein musst du einige mentale und logistische Hürden meistern. Mal eben schnell in der Mittagspause was beim Bäcker holen ist nicht drin.

Es braucht einiges an Vorbereitung und Zeit.

Beinahe alles was du zu dir nimmst musst du selbst zubereiten. Das braucht Zeit und ist eine Umstellung, wenn du es nicht gewöhnt bist selbst zu kochen.

Das Wundermittel heißt Vorkochen. Wann immer ich koche, bereite ich große Mengen zu. Diese kann ich dann für den nächsten Tag aufheben oder einfrieren, so dass ich immer etwas zu Essen parat habe, auch wenn ich es einmal nicht schaffe frisch zu Kochen.

Ich nehme mir meist die Wochenenden um einige Mahlzeiten für die Woche vorzubereiten. Samstag gibt es einen Großeinkauf und Sonntag werden 2-3 Gerichte in großen Mengen zubereitet. Damit muss ich mir meist die ersten Tage der Woche keine Sorgen mehr machen wo ich etwas zu Essen finde.

Du bist nicht dazu gezwungen den Rest deines Lebens alleine zu Hause zu essen.

Auch wenn du eingeladen bist, oder mit Freunden in ein Restaurant gehst, gibt es meistens etwas, dass auch dir gut tut. Auf der sichersten Seite bist du mit Fleisch oder Fisch mit Gemüse oder einem einfachen Salat (nein, Caesar Salad zählt nicht).

Was hält dich zurück? Leg los!

Niemand zwingt dich dazu, dich auf Lebenszeit zu dieser Ernährung zu verpflichten. Starte mit 6 Wochen und sieh wie dein Körper darauf reagiert und wie du dich fühlst.

Eineinhalb Monate die Arschbacken zusammenkneifen, dass schafft jeder!

Du hast gelesen welche Auswirkungen es auf deinen Körper und dein Wohlbefinden haben kann. Ich denke das sollte es doch wert sein?

Am Ende dieses Artikels kannst du dich für meinen E-Mail Kurs anmelden. In diesem lernst du im Detail, wie du deine erste sechs Wochen der Ernährungsumstellung angehen solltest und wie du diese überstehst.

Du findest Ressourcen für Rezepte, Lebensmittellisten, Schritt-für-Schritt Anleitungen, Einkaufslisten und eine Vorlage für dein persönliches Ernährungstagebuch.

Was hält dich zurück? Sind noch Fragen offen geblieben? Schreibe mir einfach eine E-Mail und ich helfe dir gerne!

[email protected]

Lukas ist dein Versuchskaninchen für ein geileres Leben mit Morbus Crohn. Nach 8 Jahren mit der Krankheit, entschied er sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Seitdem überrascht er seinen Arzt immer wieder mit den besten Blutwerten. Auf Crohn Revolution zeigt er anderen, dass sie das auch können. Seit seiner Diagnose hat er 30 Länder bereist. Sein Motto lautet: “Schluss mit dem Mimimi!”

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