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Warum komplexe Kohlenhydrate deinen Darm kaputt machen (und welche Lebensmittel du stattdessen essen solltest)

Lebensmittel bei Morbus Crohn

Dann mal ans Eingemachte! Was kannst du also essen, und worauf solltest du dringend verzichten? Natürliche und unverarbeitete Lebensmittel bilden die Grundlage der SCD.

Wie du bereits oft gelesen hast, sind komplexe Kohlenhydrate der springende Punkt. Deshalb verstehst du nun vielleicht auch, warum ich mich jedes mal so aufrege, wenn ich einen Artikel lese in welchem für Menschen mit Morbus Crohn auf die DGE Ernährungspyramide (deren Empfehlung ich übrigens grundlegend für jeden anzweifle) verwiesen wird.

Oder uns gar nahegelegt wird uns doch im Falle eines Schubes von Weißbrot zu ernähren! Mag sein, dass es in dem Moment gut durchrutscht, aber auf lange Sicht ist es Gift!

Es ist überhaupt eine weit verbreitete Fehlannahme, gleich auf eine Unverträglichkeit zu schließen, wenn ein Lebensmittel mal ein wenig Blähungen verursacht. Oft ist dabei nicht das vermutete Lebensmittel das eigentliche Problem, sondern die vermeidlich sichere Beilage. In anderen Fällen ist ein Lebensmittel durchaus gut für dich, wenn du den Darm über eine Intro-Diät erst einmal auf einen Status gebracht hast, in welchem er es ausreichend verarbeiten kann.

Deine SCD basiert darauf, dass du die meisten Kohlenhydrate aus deiner Ernährung streichst, und nur solche zulässt die minimale Verdauung benötigen. Dadurch reduzierst du Entzündungen in deinem Darm und gibst diesem die Möglichkeit sich zu regenerieren.

Das tolle an dieser Art der Ernährung ist, dass immer noch mehr als genug Lebensmittel übrig bleiben, aus denen du leckere Dinge Kochen und Backen kannst. Abgesehen davon ernährst du dich in jedem Fall gesünder als du es vorher getan hast. Und zwar nicht nur gesünder für deinen Crohn, sondern für deinen gesamten Körper!

Erlaubte Lebensmittel bei Morbus Crohn

Gemüse: Fast alle Gemüsesorten sind erlaubt. Sei jedoch vorsichtig! Gemüse mir hohen Stärkeanteilen wie Kartoffeln oder Wurzelgemüse solltest du meiden.

Fleisch: Deine tägliche Ration gute Proteine und Fette! Im Idealfall wählst du hier qualitativ hochwertiges, lokales Fleisch. Discounter-Fleisch hat in der Regel deutlich schlechtere Qualität, da die Tiere nicht natürlich aufgewachsen sind und oft mit Antibiotika vollgepumpt wurden. Wir wollen Medikamente aus unserem Leben loswerden, richtig? Außerdem gibt es gutes Karma! Jedoch: Lieber günstiges Fleisch als wieder zu Brot zu greifen!
Wurst, Schinken und Co. sind nicht erlaubt! Diese haben in 99% der Fälle Zusatzstoffe und Zucker zugesetzt. Eine der wenigen Ausnahmen, die ich bisher gefunden habe ist Parma-Schinken.

Fisch & Seafood: Wenn dir das ganze Fleisch einmal zu viel wird, ist Fisch eine super Abwechslung. Auch hier achtest du idealerweise auf gute Qualität. Neben Eiweiß liefert dir Fisch wichtige Omega-3 Fettsäuren!

Eier: Mehr Proteine! Es gab Zeiten in denen ich täglich 6-8 Eier in unterschiedlichen Zubereitungen aß. Auch wenn ich dir zu ein wenig mehr Abwechslung im Speiseplan rate, ist dies theoretisch unbedenklich. Keine Angst, das Gerücht man müsse sich in so einem Fall Sorgen um sein Cholesterin machen ist lange überholt.

Nüsse & Samen: Ein super Lieferant von Fett und noch dazu nahrhaft. Durch ihren hohen Omega-6 Anteil solltest du jedoch darauf achten, dass du dich nicht ausschließlich von Ihnen ernährst oder eine gute Balance mit Omega-3 (z.B. durch Fisch) hältst. Achtung: Erdnüsse sind keine Nüsse sondern gehören in die Gruppe der Hülsenfrüchte und sollten gemieden werden!

Obst: Während Obst dir sicher nicht schadet, solltest du es langsam angehen lassen. Auch wenn leichter verdaulich, weil Einfachzucker, ist Fructose immer noch ein Zucker und etwas womit du sparsam umgehen solltest. Um trotzdem die Vorteile von guten Vitaminen und Ballaststoffen zu nutzen, fokussiere dich in erster Linie auf Obst mit geringem Zuckeranteil, wie beispielsweise Beeren, statt dich den ganzen Tag von Bananen und Mangos zu ernähren.

Gesunde Fette & Öle: Viel zu oft höre ich von Leuten, sie würden ohne Kohlenhydrate ja nur weiter abnehmen, und das könnten Sie garnicht gebrauchen. Du kannst dir deine Energie genauso aus guten Fetten holen! Kokos-, Olivenöl, Butter, Ghee oder Avocados sind super Energielieferanten. Nicht zu sparsam sein!

Honig & Trockenfrüchte: Wenn es denn unbedingt mal etwas Süßes sein soll oder du beispielsweise beim Backen mit Nussmehlen etwas zum Süßen brauchst, ist Honig deine erste Wahl! Alternativ eignen sich getrocknete Datteln auch sehr gut zum Süßen von Smoothies und Co. Verwende beides jedoch sparsam und achte genau auf dein Bauchgefühl. Gerade Trockenfrüchte verursachen oft ein unangenehmes Grummeln!

Gewürze & Helferlein: Beim Kochen schadet es manchmal nicht ein paar Helferlein und Gewürze an der Hand zu haben, um das letzte bisschen Awesomeness aus deinem Essen herauszuholen. Hierfür eignen sich super jegliche Art von Gewürzen (keine Gewürzmischungen), Essig, Dijon Senf, Balsamico, selbstgemachte Mayonnaise, Oliven, getrocknete Tomaten, Kokosmilch und passierte Tomaten. Schau bei allen aber genau auf die Inhaltsstoffe. Oft merkst du dann nämlich, dass Zucker oder Mehl zugesetzt wurden. Wenn du einen Bestandteil nicht kennst, verzichte darauf!

Hartkäse: Im Gegensatz zur Paleo Ernährung ist in der SCD Hartkäse erlaubt. Grund ist, dass hier in der Regel keine Lactose mehr enthalten ist. Schau in der Nährwerttabelle nach dem Wert für Kohlenhydrate. Lautet dieser ‘0’ hast du eine sichere Wahl vor dir!

Verbotene Lebensmittel bei Morbus Crohn

Getreide: Jegliche Art von Getreideprodukten ist ab heute dein Feind Nr. 1. Ich meine es ernst! Meide sie wie die Pest! Brot, Nudeln, Pizza, Gebäck – ganz egal was. Auch Dinge wie Roggen, Dinkel, Hafer, Quinoa, Couscous, Bulgur sind absolut nicht erlaubt! Alle enthalten entweder Gluten, Phytate oder andere Antinährstoffe und schaden dem Körper. Sie sind essentiell nur leere Kohlenhydrate, welche dem Körper nichts gutes tun, dafür jedoch die Heilung deines Darmes verhindern und die Entzündung fördern.

Zucker: Zucker ist nichts anderes als ein Kohlenhydrat und gefundenes Fressen für die schädlichen Bakterien in deinem Darm. Wenn du einmal den Drang nach etwas Süßen hast, iss ein Stück Obst, nasche einen Teelöffel Honig oder backe etwas mit Honig gesüßtes. Verzichte auf jede Art von Ersatzprodukten in Form von Süßungsmitteln, egal ob diese in Softdrinks, Kaugummis oder anderen Süßigkeiten vorkommen.

Lactosehaltige Milchprodukte: Lactose ist auch Kohlenhydrat welches negative Auswirkungen auf die Heilung deines Darmes hat. Zu den verbotenen Lebensmitteln gehört alles mit Ausnahme von Hartkäse & Butter: Weichkäse, Sahne, Yoghurt, Milch (auch Lactosefreie, siehe ‘Ersatzprodukte’).

Kartoffeln, Reis, Mais: All diese Lebensmittel haben hohe Anteile an mehrkettigen Kohlenhydraten. Noch dazu sind sie nicht sonderlich nahrhaft und geben dem Körper nicht viel außer “leeren Kalorien”. Kurz gesagt: Tu es nicht!

Hülsenfrüchte & Soja: Erbsen und grüne Bohnen sind okay, verzichte jedoch auf Kidneybohnen, Linsen, jegliche Art von Soja und Tofu, sowie Erdnüsse.

Verarbeitete Lebensmittel, Ersatzprodukte & Zusatzstoffe: Viele vermeidlich “gesunde” Lebensmittel die du heute so im Supermarkt strotzen nur so vor Zusatzstoffen. Immer wenn du das Gefühl hast, ein Lebensmittel soll als Ersatz für ein anderes dienen, denk lieber zweimal nach! Margarine oder lactosefreie Milch sind wahrscheinlich die prominentesten und schädlichsten Beispiel (iss lieber Butter!). Aber auch alternative Süßungsmittel wie Kokoszucker, Agavendicksaft, Süßstoffe oder Ahornsirup solltest du lieber meiden. Mit Honig hast du hier die bessere Wahl!

Und was trinke ich den ganzen Tag?

Wie wäre es mit Wasser? Abgefahrener Gedanke, oder? Wasser sollte tatsächlich 90% dessen ausmachen, was du Tag für Tag an Flüssigkeit zu dir nimmst.

Ich verstehe jedoch, dass man manchmal gern ein wenig Abwechslung hätte. Die zweite Wahl sind Tee oder Kaffee (höre auf deinen Bauch) oder gemischte Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz.

Wenn du Abends einmal unterwegs sein solltest, vermeide in jedem Fall Bier (enthält Getreide) oder Cocktails (Zucker, Zucker, Zucker!). Trinke stattdessen trockene Weine, Gin oder Wodka mit Wasser und einem Schuss Zitronensaft, Whiskey oder deutschen Apfelwein. Cider, wie er gerne in Irish Pubs ausgeschenkt wird, hat in den meisten Fällen Zucker zugesetzt.

Dein ganz persönlicher Speiseplan

Es gibt nicht die eine Liste an Lebensmitteln welche für alle funktioniert. Einige dieser Lebensmittel wirst du besser, andere schlechter vertragen.

Es gibt Menschen welche ein Problem mit Eiern haben, andere vertragen Nüsse nicht besonders. Wieder andere müssen Nachtschattengewächse wie Tomaten und Auberginen von ihrem Speiseplan streichen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, mit einem minimalen Umfang an Lebensmitteln einzusteigen und dann neue Lebensmittel Schritt für Schritt wiedereinzuführen. Dieser Schritt nennt sich Intro-Diet und wird in einem weiteren Artikel genauer betrachtet.

Du benötigst etwa 2 Monate starke Willenskraft, bis dir die neue Ernährung so ins Blut übergegangen ist, dass du praktisch nichts mehr vermisst.

Glaube mir, wenn du deinem Körper erst einmal Zucker und Brot abgewöhnt hast, gehören Gelüste und Heißhunger der Vergangenheit an. It’s hard, but I never looked back baby!

[email protected]

Lukas ist dein Versuchskaninchen für ein geileres Leben mit Morbus Crohn. Nach 8 Jahren mit der Krankheit, entschied er sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Seitdem überrascht er seinen Arzt immer wieder mit den besten Blutwerten. Auf Crohn Revolution zeigt er anderen, dass sie das auch können. Seit seiner Diagnose hat er 30 Länder bereist. Sein Motto lautet: “Schluss mit dem Mimimi!”

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