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Warum die SCD bei dir nicht funktioniert

Die SCD funktioniert nicht

“Ich habe gerade mit der Intro Diet angefangen und ich glaube mir geht es schlechter als vorher!”, ist ein Satz, den ich so oder so ähnlich immer wieder von Teilnehmern meines E-Mail Kurses zur SCD lese.

Es mag jetzt Menschen geben, die dann nach zwei Tagen beschließen, dass das ganze für sie nicht funktioniert. Weil: Sie fühlen sich ja immer noch nicht gut. Ganz im Gegenteil. Das ist natürlich eine sehr willkommene Ausrede wenn die Motivation von Anfang an eher begrenzt war. Denn klar, eine Umstellung wie die SCD ist nicht ohne. Sie braucht Eigeninitiative, Motivation, Selbstbeherrschung. Und von all dem nicht wenig.

“Die SCD funktioniert nicht! Ich habe es ja probiert, bei anderen mag es gehen, bei mir eben nicht!”

Ich glaube Menschen, die so reagieren wissen genau, das sie sich selbst belügen. Sie wollen es wohl einfach nicht genug.

Es ist normal, dass es dir scheiße geht

Die Sache ist nämlich die: Es geht einem Großteil der Menschen bei einer Ernährungsumstellung wie der SCD zunächst einmal schlechter. Auch mir damals. Du fühlst dich müde, hast Bauchschmerzen, rennst eher öfter zur Toilette als vorher und bist einfach nicht fit.

Grund dafür ist nicht, dass du ein grundlegendes Problem mit den Lebensmitteln der SCD hast (“Das vertrage ich ja alles nicht!”). Auch nicht, dass die SCD deine Entzündung begünstigt.

Der Grund ist ganz einfach der, dass dein Körper diese Ernährung nicht gewöhnt ist.

Wenn du von einer normalen “durchschnittlichen” deutschen Ernährung kommst und mit der SCD einsteigst, ist das eine krasse Umstellung. Plötzlich kein Zucker mehr, kein Getreide und überhaupt kaum Kohlenhydrate. Dafür Gemüse in Massen und auch nicht gerade wenig Eier und Fleisch.

Diese Umstellung muss dein Körper erstmal verdauen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Wir machen keine halben Sachen!

Stelle dir einmal vor, du bist super unsportlich und entscheidest dich mit dem Training anzufangen. Du machst nicht lange rum, sondern steigst gleich richtig ein, mit einer hochintensiven Sportart wie Freeletics oder CrossFit. Die ersten Wochen wirst du durch die Hölle gehen. Du wirst kaum Laufen können vor Muskelkater und dich fragen warum du dir das eigentlich antust.

Dann, nach 3, 4 oder 5 Wochen, spürst du wie der Muskelkater langsam nachlässt. Es geht dir ins Blut über, macht Spaß und du merkst, dass du Fortschritte machst. Und sind das etwa Muskeln, die sich da am Arm formen?

Du hättest natürlich auch ins Fitnessstudio gehen können. 2x die Woche eine halbe Stunde auf den Crosstrainer. Hättest du die ersten Wochen weniger gelitten? Mit Sicherheit? Nach einem Monat Ergebnisse gesehen? Wohl eher nicht. Und wahrscheinlich auch nicht nach einem Jahr.

Erkennst du Parallelen?

Die Wunderheilung durch Ernährung

Ich verrate dir mal was: Die SCD ist nicht dazu da, dich in 5 Tagen zu einem neuen Menschen zu machen. Auch nicht in 10. Wie lange läufst du schon mit deiner Krankheit durchs Leben? Monate? Jahre? Jahrzehnte?

Wie soll denn da ein geänderter Speiseplan in ein paar Tagen lebensveränderde Ergebnisse bringen und die Entzündung verpuffen lassen? Es hat Jahre gedauert so krank zu werden, erwarte keine Wunder in wenigen Tagen!

Du kannst dir sicher sein, dass du dir mit einer Ernährung basierend auf “echten Lebensmitteln” mit viel Gemüse, Fleisch/Fisch und guten Fetten nur Gutes tust.

Oder glaubst du wirklich, dass dein Körper unter Pizza und Gummibärchen besser funktioniert?

Warum also diese Eile? Ja, es kann Wochen dauern, bis du nach und nach leichte Verbesserungen spürst. Und Monate, bis die guten Tage die schlechten übersteigen. Ist der Weg schwer? Mit Sicherheit. Schadet er dir? Auf keinen Fall. Du ernährst dich nicht nur gesünder, du wächst auch persönlich, wenn du dir hin und wieder mal eine Challenge setzt und über dich hinauswächst.

Denke mit und handle!

Nachdem wir das Thema geklärt haben, gebe aber auch ich zu, dass es auf dem Speiseplan der SCD einige Lebensmittel gibt, auf die du empfindlich reagieren kannst.

Jeder Körper ist eben ein wenig anders.

Wenn du also auch nach Wochen noch keine Besserung spürst, dann achte doch einmal auf die folgenden Lebensmittel ganz genau. Lasse sie weg und führe sie gesondert noch einmal Stück für Stück wieder ein. Spürst du einen Unterschied?

  1. Nachtschattengewächse (Tomaten, Auberginen, Paprika, Pfeffer)
  2. Milchprodukte (machst du SCD Joghurt? Ich empfehle es nicht, da es vielen nicht bekommt)
  3. Fett (Auch gute Fette wie Kokosöl oder Butter können für einige Menschen schwer zu handhaben sein)
  4. Eier (versuche trotzdem genug Eiweiß durch Fleisch und Fisch zu bekommen)
  5. Obst + Honig (Zucker bleibt Zucker, auch wenn es Fruchtzucker ist. Fahre also lieber einen Gang zurück, wenn du sehr viel Obst isst)
  6. Nüsse (ja ich weiß: Ich kann mich auch schwer bremsen…)

Führe auf jeden Fall ein Tagebuch über die Dinge die du isst und wie sie auf dich wirken. In meinem E-Mail Kurs bekommst du dafür eine praktische Excel Datei (das Crohn Revolution Wohlfühlsheet), mit der du das in 2 Minuten am Tag erledigen kannst.

Nimm die Herausforderung an

Der wichtigste Punkt ist deine Einstellung gegenüber der Ernährungsumstellung! Bist du motiviert, diszipliniert und bringst Ehrgeiz mit? Dann ist das schon die halbe Miete!

Nur weil es dir in den ersten Tagen schlechter geht und du dich auch nach zwei oder drei Wochen noch nicht wie ein neuer Mensch fühlst, heißt das nicht, dass die SCD bei dir nicht funktioniert. Veränderung passiert nicht über Nacht.

Bleib dran, bleib stark und gib nicht auf. No excuses!

[email protected]

Lukas ist dein Versuchskaninchen für ein geileres Leben mit Morbus Crohn. Nach 8 Jahren mit der Krankheit, entschied er sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Seitdem überrascht er seinen Arzt immer wieder mit den besten Blutwerten. Auf Crohn Revolution zeigt er anderen, dass sie das auch können. Seit seiner Diagnose hat er 30 Länder bereist. Sein Motto lautet: “Schluss mit dem Mimimi!”

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